Kletterreise durch Italien

Italien KletterführerWarum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah ist? Bezeichnen wir das Gute als einzigartige Kletterfelsen, Pasta und Wein und wir befinden uns in Italien. Ein gedanklicher Erlebnisbericht in Form von Büchern eines Buchhändlers in der Alpinabteilung bei freytag & berndt: man darf ja wohl noch träumen dürfen (in den Pausen natürlich).

Pfiat di Österreich, buon giorno Italien. In dem einen Moment noch in Wien, in der nächsten Sekunde schon in Italien, genauer gesagt starte ich die Reise in Reinhold Messners Wohnzimmer, den Dolomiten, und informiere mich über die dortige Klettergeschichte. Wilde Hunde waren hier früher unterwegs, ja nicht nur früher, heute noch klettern die Menschen wie vom wilden Affen gebissen auf die legendären Drei Zinnen. Rauf und runter, rauf und runter, rauf und runter und alle drei Zinnen sind bestiegen. Dabei ist doch erst Frühling. Zwar mit Klettergurt, aber weit weniger Ausrüstung sehe ich in den Dolomiten manche Menschen ein Stahlseil hochgehen und hochklettern, die KlettersteiggeherInnen sind also unterwegs.

Ich lasse mich direkt von den Drei Zinnen in den Südwesten beamen, genauer gesagt zum Lago di Garda, oder auch Gardasee. Hier stehe ich nun in einem Ort, welchen wohl alle Klettermenschen kennen, Arco. Bekannt als Wintersitz des österreichischen Kaiserhofes (ganz genau) hat sich Arco aber aufgrund seiner Lage zu einem wichtigen Klettergebiet entwickelt. Von der 1000m Kletterlänge bis zum gemütlichen Klettersteig, die Felsen rund um den Gardasee haben’s drauf.
In Gedanken bin ich schon beim jährlich stattfindenden Rock Master Festival, einem Kletterwettkampf in Arco. Dieser findet aber erst Anfang September wieder statt. Meine Gedanken spielen mir einen Streich, ich kann mir doch Anfang September herzaubern, aber nein, ich will meine Reise nicht unterbrechen.

Ich fliege auf einer magischen Bouldermatte in den Norden und knalle gegen einen Felsen des Adamello-Granites. Der Bouldermatte sei dank lande ich sanfter als ich sonst landen würde, mir stand der riesige Boulderfelsen einfach im Weg.

Aufgrund der auftretenden Flugschwäche meiner Matte lege ich den Weg ins Aostatal zu einem bekannten 4000er mit dem Zug zurück. Der Gran Paradiso erwartet mich, ein klein bisschen Alpinismus zwischendurch kann nicht schaden, erst recht nicht mit dem vor kurzem erschienenen Gebietsführer vom Bergverlag Rother.

Das Meer ruft! Genug von hohen Bergen, aber noch immer nicht genug von Felsen und ich lande an den Kalksteinen in Finale Ligure. Ich glaub die Hitze bekommt mir nicht gut, ich sehe doch tatsächlich ein Mountainbike den Felsen hochfahren, oh ja, die gibt’s hier also auch.

Es geht in den Süden. Oliven, Wein und Gesang in der Toskana, und mittendrin ein tolles Klettergebiet mit der vorgelagerten Insel Elba. Insel? Warum nicht auf die nächste, etwas größere Insel hüpfen? Korsika. Moment, Korsika gehört doch zu Frankreich? Stimmt schon, aber wie sollte ich denn sonst in die Klettergebiete von Sardinien kommen, was für eine Frage. (Und unter uns: auch in Korsika gibt’s feine Klettergebiete).
Die nächste Hüpferei führt mich an den Ätna und die rundherum liegende Insel Sizilien. Welch Zufall, dass es einen ganz frischen und neu aktualisierten Kletterführer für die gesamte Insel gibt.

Genug vom Insel-Getue, das Festland hat mich wieder und besuche den südlichsten Gletscher Europas in den Abruzzen. Klein sieht er aus, geschrumpft ist er die letzten Jahre, mal sehen wie lange der Gletscher sich noch Gletscher nennen darf. Mittlerweile bin ich der italienischen Sprache schon mächtig und komme mit dem italienischen Kletterführer für den Gran Sasso hervorragend zurecht, außerdem sind die Topos auch ohne Text selbsterklärend.

Schön langsam holt mich die Realität wieder ein, schlage ihr aber noch ein winterliches Schnippchen indem ich die Südtiroler Eisfälle aufsuche. Und so kam es auch wieder. Es ist Winter.

Plötzlich bin ich wieder in Wien, betrachte die unzähligen Kletterführer für Italien und frage mich wann denn der Urlaub und die Sonne endlich kommen mögen.

PS: Die Kletterführer für Italien findet man jetzt alle im Webshop von freytag & berndt.